Tagebuch schreiben

Bereits wenige Minuten täglich helfen enorm

Meine Erfahrung mit dem Schreiben ist: Schon wenige Minuten täglich genügen – selbst wenn es nur 5-10 Minuten sind – denn sie fördern einen beständigen Prozess, in dem du dir Raum gibst zum etwas Loswerden und zum Reflektieren.
Wenn du das Gefühl hast, niemand aus deinem Freundeskreis oder deiner Umgebung versteht deine Gefühle, Gedanken, Sorgen, Nöte, kann ein Tagebuch zum idealen Vertrauten werden. Ihm vertrauen wir unser Innerstes an, wonach wir uns sehnen, was uns traurig und verzweifelt macht, was wir im Alltag erleben. Sein Innerstes niederzuschreiben eröffnet uns neue Möglichkeiten, das was wir bislang still in uns getragen haben, zu wandeln. Ich sehe es ein bisschen wie beim Umschichten von Kompost: Wenn wir die unteren Schichten an die Oberfläche bringen, aktiviert der Sauerstoff Prozesse, die das alte wandeln und neues wachsen lassen. Für mein eigenes Schreiben steckt in diesem Bild eine enorme Kraft. Wenn es dich anspricht, probiere aus, was sich wandeln mag in deinem Leben.
Beim Tagebuchschreiben ist alles erlaubt: Gedanken, Gefühle wie sie kommen und gehen. Der Verfassende darf sein wie er ist, unzensiert. Keiner kritisiert, ob er seine Sätze vollständig formuliert, ob sie bruchstückhaft sind, sinnvoll, richtig geschrieben und grammatikalisch einwandfrei formuliert.